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Eine Geburtstagfeier mit Folgen |

(Foto: „education4kenya“ )

Eine Geburtstagfeier mit Folgen

Pressemitteilungen
11.03.2023, 12:41 Uhr
Von: education4kenya e.V.
oder: Wenn Freunde zu Freunden auf Reisen gehen

Am 21. Oktober feierten die Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins „education4kenya“ Geburtstag. Mit einer Ausstellung, die viele Ereignisse der inzwischen 17jährigen Vereinsgeschichte beleuchteten, wurden Erinnerungen lebendig und gleichzeitig wuchs die Sehnsucht, nach den Jahren der Pandemie die Schule in Mombasa wieder einmal zu besuchen, zu schauen, was alles entstanden war und die Herzlichkeit und Wärme der Freunde in Mombasa zu erleben. Manche Gäste der Veranstaltung waren schon mehrfach vor Ort, manche Freunde und Förderer kannten Kenia, Mombasa und die Schule „Elymu Ya Kenya“ nur aus Erzählungen, Bildern und Filmbeiträgen.

So war es nicht verwunderlich, dass ein freundlicher Brief des Vereinsvorsitzenden Gunter Nehrig auf große Zustimmung stieß. Er unterbreitete das Angebot, eine Woche lang in der Schule „Elymu Ya Kenya“ in Mombasa/Kiembeni mit Kindern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Vertretern der Eltern gemeinsam zu verbringen. Zusammen mit der Schulmanagerin Lilian Musungu und deren Stellvertreterin Judith Kakai wurde ein Programm organisiert, welches für die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unvergessliche Erlebnisse bereithielt und noch lange nachhallen wird. Rein privat finanziert machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst ein Geschenk, wie es schöner kaum sein kann.

Das Programm wurde noch einmal besprochen und da auch in Kenia am Sonntag schulfrei ist, ging es am nächsten Tag nach einem kurzen Besuch der Altstadt von Mombasa in das kleine Dorf Bomani, in welchem noch völlig traditionell gelebt wird.

Am Samstag, den 4. Februar 2023, war unsere Gruppe komplett.

Bomani, ein Dorf mit ursprünglicher Lebensweise

15 bis 17 Familien leben hier zusammen. Sie bauen Bananen an und Papaya, einige Kokospalmen liefern Früchte und Palmwedel, die u.a. zum Dachdecken genutzt werden, man hält ein paar Ziegen, Kühe und Hühner und lebt in einfachen Verhältnissen. Wasser ist knapp, es ist Trockenzeit. Den Gästen wird der Inhalt der Kokosnüsse als Getränk angeboten.

Zahlreiche Kinder empfinden unseren Besuch offenbar als herrliche Abwechslung, haben wir doch Süßigkeiten und auch etwas Geld dabei. Und sie wollen fotografiert werden, lachen uns an und als ein Mitglied unserer Gruppe auf unebenem Weg ins Straucheln kommt, ist sofort jemand da, der die helfende Hand aussteckt und nicht von der Seite weicht, bis der Rundgang durch das Dorf beendet ist.

(Foto: „education4kenya“)
(Foto: „education4kenya“)

Durch das Dorf führt uns der „Mayor“, der Bürgermeister, wie er selbst lachend sagt. Seine Großmutter ist die älteste Frau im Dorf. Auf die Frage, wie alt sie sei, heißt es „fifty up“, so wie alle älteren Menschen.

Danach geht es in ein weiteres Dörfchen, nahe der Stadt Mombasa und zum Schluss zur Copacabana, dem Strand der Einwohner Mombasas. Wer darf das schon erleben, wenn er nicht mit Freunden aus dem Land unterwegs ist.

Unser erster Schultag

Der Montag wurde der erster „Schultag“ der Reisenden. Es war erneut ein beeindruckender Tag. Die Kinder empfingen uns mit Liedern von "Welcome" bis "Hakuna matata" und strahlten uns an. Klar, wir waren auch eine interessante Unterbrechung im Schulalltag, denn unser Besuch war bereits in aller Munde und gut vorbereitet worden.

Es hat sich so viel getan im vergangenen Jahrzehnt.

Die Schule "Elimu Ya Kenya" ist inzwischen ein kultureller Mittelpunkt der Gemeinde geworden, nun ist sie auf dem Weg, Primary School und Junior School unter einem Dach zu vereinen, um den neuen Anforderungen an das kenianische Bildungssystem gerecht zu werden. Das Profil wird naturwissenschaftlich ausgerichtet. Dazu dienen u.a. der neue Raum für Naturwissenschaften und auch der bereits früher eingerichtete Werkraum sowie das Computerkabinett. Ganz schnell kann man sich ins WLAN einloggen, was nicht ganz so selbstverständlich ist.

Wenngleich die Voraussetzungen in der Schule durch die große Unterstützung der vergangenen Jahre gut sind, bedarf es nun noch einmal enormer Anstrengungen, um dem neuen Bildungsprofil gerecht zu werden. Was in jedem Fall auffällt, ist die enorme Bereitschaft, Bildung regelrecht „aufzusaugen“.

 Das machte sich auch im Gespräch mit den Eltern bemerkbar. Die Eltern sind mit der Qualität der Schule sehr zufrieden, loben die Ausstattung und die Lehrerinnen und Lehrer. Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ verlangt jedoch auch von den Eltern Anstrengungen einen Teil des Schulgeldes selbst zu erbringen. Der Verein education4kenya wird auch in Zukunft verschiedene Projekte finanzieren. Das Fazit der Eltern war, dass wir noch lange leben sollen und sie unsere Hilfe sehr zu schätzen wissen.

Und umgehend ging es auch darum, Soforthilfe zu organisieren. Der Schulbus hat kaputte Reifen und bekommt nun, dank der großzügigen Spende der Reisegruppe, neue Reifen. Eine kleine Bibliothek entsteht durch die Spende der Allianz Generalvertretung Birgit Gentsch. Die Geschenke, die im Reisegepäck waren werden und wurden verteilt und die Süßigkeiten sind schon vernascht. Schul- und Spielmaterialien werden durch die Lehrerinnen und Lehrer verteilt, der Scheck des Lions Clubs Glauchau ist übergeben worden.

Der Wunsch der Reisegruppe war es auch, etwas gemeinsam mit den Kindern der Schule zu unternehmen. Und so ging es zum gemeinsamen „Wandertag“ in den Haller-Park, einem Tierpark mitten in Mombasa.

Wandertag zum Haller-Park

Zur Feier des Tags trugen die Kinder die neue Schuluniform. Sie waren aus den Klassen 1 bis 5 ausgewählt worden und machten ihrer Schule alle Ehre, beantworteten die Fragen der Naturführerin, ließen uns nicht aus den Augen, fassten uns an den Händen und versammelten sich glücklich zum anschließenden Picknick. Auf der Fahrt zurück in die Schule haben wir gemeinsam gesungen (16 Leute im Auto) und gekuschelt, was mit zunehmender Aufenthaltsdauer immer beliebter wurde.

Danach gab es ein Schulprogramm mit Liedern und Tänzen vom Feinsten, Alle Klassen hatten ein Programm vorbereitet und es war unglaublich schön.

Dann war die Zeit in der Schule zu Ende. Auf dem Weg bat noch eins der Mädchen, wir sollen die Kinder in Deutschland herzlich grüßen.

Beim Abschlusspicknick mit den Kolleginnen und Kollegen der Schule konnten wir noch einmal Danke sagen für die große Gastfreundschaft. Wir saßen beim Sonnenuntergang zusammen, zuvor hatten wir Giraffen gefüttert und einer verwitweten Straußendame die Aufwartung gemacht. Am Lagerfeuer haben wir getanzt, bis die Batterie des Lautsprechers den Dienst versagte. Wir sind mit Freunden unterwegs gewesen und wollen Freunde bleiben. In diesem Land, in unserer Schule steckt soviel Potenzial und schon sind wieder neue Ideen entstanden, die realisiert werden wollen.

Kwaheri Kenya...asante sana...good bye and thank you for all.

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